Keuchhusten – Fragen & Antworten

Kann mein Kind bei Keuchhusten in den Kindergarten?

Gemäß § 34 Abs. 1 IfSG besteht bei einer Infektion mit Keuchhusten absolutes Schulverbot. Dieses Verbot gilt ferner für den Besuch weiterer Gemeinschaftseinrichtungen, unter welche auch der Kindergarten fällt. Der Aufenthalt in einer entsprechenden Gemeinschaftseinrichtung ist solange auszuschließen, bis die Ansteckungsgefahr nicht mehr gegeben ist. Die Ansteckungsfähigkeit ist abhängig vom Krankheitsverlauf und kann bis zu acht Wochen andauern. Bevor das Kind die Einrichtung wieder besuchen darf, ist das Einholen einer ärztlichen Bescheinigung erforderlich, welche bestätigt, dass das Kind frei von ansteckenden Krankheiten ist. Auf diese Weise soll eine epidemische Ausbreitung von Keuchhusten verhindert werden. Auch Erwachsene sollten bei einer Keuchhusten-Infektion Aufenthalte in größeren Gruppen und Gemeinschaften, darunter zählt auch der Arbeitsplatz, vermeiden.

Wann ist mein Kind nicht mehr ansteckend?

Die Dauer der tatsächlichen Ansteckungsfähigkeit wird sehr stark vom Krankheitsverlauf beeinflusst. Bereits mit Beginn des Keuchhustens beginnt die Ansteckungsgefahr. Das Anfangsstadium, welches sich durch typische Symptome eines Atemwegsinfektes äußert, dauert ungefähr ein bis zwei Wochen an. Sofern schon jetzt eine Antibiotika-Kur verordnet wird, kann das zweite Stadium verhindert werden. Der eigentliche Keuchhusten tritt nicht in Erscheinung. In diesem Fall ist das Kind circa 48 Stunden nach erstmaliger Einnahme des Antibiotikums nicht mehr ansteckend. Sofern das zweite Stadium des Keuchhustens eintritt, kommt eine weitere Dauer von drei bis sechs Wochen hinzu. Antibiotika bringen in der Regel keine Besserung mehr, können aber auch während dieser Phase die Ansteckungsfähigkeit günstig beeinflussen.

Als Faustregel gilt: Kinder, die an Keuchhusten erkrankt sind und nicht mit Antibiotika behandelt werden, sind circa vier bis acht Wochen ansteckend. Sofern eine Antibiotika-Gabe erfolgt, werden auch die Bakterien bekämpft. In diesem Fall besteht etwa 48 Stunden nach erstmaliger Einnahme des Antibiotikums keine Ansteckungsgefahr mehr.

Wie kann ich meinem Kind bei Keuchhusten helfen?

Grundsätzlich empfiehlt es sich, auf eine angenehme Raumtemperatur zu achten, die vor allem während des Schlafes 18 Grad nicht überschreiten sollte. Ferner sollte die Luftfeuchtigkeit im Raum beobachtet werden. Trockene Luft reizt die Bronchien zusätzlich. Um mehr Feuchtigkeit zu erzeugen, können feuchte Tücher über der Heizung aufgehängt werden. Auch ein Schälchen Wasser auf der Heizung hat sich bewährt. Darüber hinaus muss das Kind sehr viel trinken, wie es bei nahezu jeder Krankheit sein sollte. Frische Luft kann ebenfalls hilfreich sein, allerdings sollte dabei der Kontakt zu anderen Kindern und Erwachsenen vermieden werden, um eine Verbreitung des Keuchhustens zu verhindern. Die Umgebung des Kindes sollte möglichst reizarm sein. Es darf nicht geraucht werden, da der Rauch die Bronchien zusätzlich reizt. Parfüms, Raumsprays und der gleichen sollten ebenfalls nicht verwendet werden, um eine Reizung zu verhindern. Ferner gilt natürlich: Viel Ruhe und Schlaf sowie kleine Pausen unterstützen die Genesung und tragen zur Stärkung bei. Bei besonders schweren Hustenanfällen empfehlen sich Hausmittel, die die vom Arzt angesetzte Therapie unterstützen.

Mehr darüber erfahren Sie im Menüpunkt Behandlung & Vorbeugung.

Wie lange dauert eine Keuchhusten-Erkrankung?

Die Dauer der Keuchhusten-Erkrankung ist vom Verlauf abhängig. Ebenso aber auch davon, wann die Infektion erkannt wird. Keuchhusten beginnt normalerweise mit einem Vorstadium, welches einem einfachen Infekt ähnelt und dadurch häufig nicht behandelt wird. Falls während dieses Stadiums bereits ein Antibiotikum verabreicht wird, kann das zweite Stadium und somit der eigentliche Beginn des Keuchhustens verhindert werden. In diesem Fall ist von einer Krankheitsdauer von ungefähr ein bis zwei Wochen auszugehen.

Sofern während des ersten Stadiums keine Antibiotika-Gabe erfolgt, tritt etwa ein bis zwei Wochen nach Beginn des Infektes das zweite Stadium ein. Jetzt kommt es zum typischen Keuchhusten, der auch mit Gabe von Antibiotika mindestens zwei bis drei Wochen andauert. Ohne Antibiotika kann das zweite Stadium drei bis sechs Wochen dauern. Abschließend folgt das letzte Stadium, welches auch als Erholungsphase angesehen wird und bisweilen mehrere Monate andauern kann.

Die Keuchhusten-Infektion kann somit fünf bis acht Wochen andauern. Gefolgt von einer über Monate dauernden Erholungsphase.

Wie lange hält ein Keuchhusten-Impfschutz vor?

Die meisten Impfungen gegen typische Kinderkrankheiten halten lebenslang vor. Beispielsweise die Mumps, Masern oder Röteln Impfung. Eine Auffrischung ist hier nicht notwendig. Bei der Keuchhusten-Impfung wird das regelmäßige Nachimpfen jedoch dringend angeraten. Erstmalige Impfgaben sollten im ersten Lebensjahr des Kindes erfolgen. Eine Auffrischung wird vom fünften bis sechsten Lebensjahr empfohlen. Die nächste Auffrischimpfung findet dann vom 9. bis 18. Lebensjahr statt. Auch Erwachsene sollten ihren Impfschutz gegen Keuchhusten regelmäßig aktualisieren. Idealerweise mit der regelmäßigen Immunisierung gegen Tetanus und Diphterie. In diesem Fall ist eine Kombinationsimpfung möglich. Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass die Keuchhusten-Impfung für 10 bis 15 Jahre Schutz bietet.

Ist Keuchhusten sehr gefährlich?

Schreiendes KindNormalerweise ist Keuchhusten mit relativ wenigen Komplikationen verbunden. Jedoch kommt es in bis zu 20 Prozent aller Fälle zu einer Lungenentzündung, welche wiederum große Gefahren mit sich bringt. Lungenentzündungen können grundsätzlich und vor allem bei Nichtbehandlung und schwerem Verlauf tödlich enden. Darüber hinaus kann es in ganz seltenen Fällen zu einer Gehirnschädigung kommen, dessen Zusammenhang bislang noch nicht geklärt ist. Bei besonders heftigen Hustenanfällen können Leistenbrüche auftreten. Mit einer adäquaten Behandlung lassen sich solche Komplikationen jedoch gut verhindern, sodass der Keuchhusten folgenlos ausheilt.

Gefährlich ist Keuchhusten allerdings für Säuglinge

Die Sterblichkeitsrate dieser Patientengruppe ist besonders hoch, zumal der Verlauf bei Säuglingen häufig atypisch verläuft. Anstelle der typischen Hustenanfälle haben Säuglinge oftmals Atempausen, welche tödlich enden können. Daher sollten Babys bei Keuchhusten immer stationär behandelt werden. Um die Gefahren für Säuglinge zu reduzieren, erhalten sie immer ein Antibiotikum. Darüber hinaus ist die Antibiotika-Gabe auch vorbeugend möglich, wenn das Kind Kontakt zu einem Erkrankten hatte, jedoch selbst noch keine Symptome zeigt. Eine frühzeitige Impfung ab der neunten Lebenswoche kann vor einer Ansteckung schützen.

Wie oft kann man Keuchhusten bekommen?

Wer einmal an Keuchhusten erkrankt ist, baut in der Regel eine antitoxische Immunität auf. Diese Immunität wird auch bei stummen Verläufen, also Erkrankungen ohne Symptome, entwickelt. Dennoch kann es zu einer Zweitinfektion kommen, welche jedoch mit deutlich leichteren Symptomen verbunden ist. Den wirklich schwerwiegend verlaufenden Keuchhusten kann man somit nur einmal im Leben bekommen.

Kann Keuchhusten trotz Impfung auftreten?

Typischerweise bieten Impfungen gegen Kinderkrankheiten einen bis zu 99-prozentigen Schutz vor der Infektion. Bei der Keuchhusten-Impfung kann jedoch nur eine 80 bis 90-prozentige Garantie gegeben werden. Das bedeutet, die Wahrscheinlichkeit, dass man trotz Impfung an Keuchhusten erkrankt, liegt bei zehn bis 20 Prozent und ist somit deutlich gegeben. Da die Impfung gegen Keuchhusten jedoch nur wenige Komplikationen und Nebenwirkungen bereithält, sollte die Impfung trotz der möglichen Gefahr dennoch zu erkranken, nicht ausgeschlagen werden.

Was ist der Unterschied zwischen Keuchhusten und normalem Husten?

Es gibt verschiedene Unterschiede zwischen einem normalen und einem Keuchhusten. Der Keuchhusten ist im Gegensatz zum normalen Husten nicht behandelbar. Hustenstiller und Schleimlöser zeigen keine Wirkung. Darüber hinaus ist der Keuchhusten besonders heftig. Kennzeichnend sind 10 bis 20 Hustenstöße, die schnell aufeinander folgen sowie ein verlängertes und meist ziehendes Einatmen. Der Keuchhusten erfolgt anfallsartig. Medizinisch betrachtet ist vor allem der Auslöser des Keuchhustens zu beachten. Der normale Husten wird durch Bakterien oder Viren ausgelöst. Der Keuchhusten hingegen durch ein Toxin, welches durch die vom Bakterium gebildeten Eiweiße produziert wird. Dadurch bleibt der Husten selbst dann bestehen, wenn die eigentlichen Bakterien schon längst abgetötet wurden.

Wie unterscheide ich Keuchhusten von Reizhusten?

Der typische Reizhusten ist oft nur eine Ersterscheinung. Er verwandelt sich häufig, binnen weniger Tage, in einen produktiven Husten. Darüber hinaus ist der Reizhusten meist mit einem Kratzen im Hals verbunden. Hustenstiller sowie Hustenbonbons sind meist ein gutes Mittel, um ihn zu lindern. Der typische Reizhusten kommt ebenso wie der Keuchhusten in Schüben und vollkommen unerwartet. Allerdings ist er bei Weitem nicht so heftig wie der Keuchhusten.

Der Keuchhusten kennzeichnet sich vor allem aufgrund seiner Heftigkeit. Er wird durch 10 bis 20 rasch aufeinander folgenden Hustenstößen charakterisiert. Ebenso durch ein verlängertes und meist ziehendes Einatmen während der Hustenstöße. Die Kinder strecken beim Keuchhusten in der Regel die Zunge hervor. Häufig kommt es aufgrund der Heftigkeit zum Erbrechen. Ferner würgen viele Kinder zum Ende eines Hustenanfalls glasigen Schleim aus. Auch an der typischen, roten Gesichtsfärbung während eines Hustenanfalls kann der Keuchhusten gut erkannt werden. Nach einem Hustenanfall sind die Betroffenen meist sehr erschöpft.

Wie lässt sich Keuchhusten bei Erwachsenen behandeln?

Frau hustetDie Behandlung von Keuchhusten bei Erwachsenen erfolgt ebenso wie bei Kindern mit einem passenden Antibiotikum. Auch wenn das auslösende Toxin weitere zwei bis drei Wochen wirkt und Hustenanfälle verursacht, kann mit Hilfe des Antibiotikums die Verbreitung der Erreger verhindert werden. Ferner wird die Ansteckungsgefahr ausgeschaltet, sodass ca. 48 Stunden nach erstmaliger Einnahme des Antibiotikums kein Risiko mehr besteht. Darüber hinaus können Erwachsene auch auf Hausmittel, pflanzliche Präparate, homöopathische Mittel oder Schüssler Salze zurückgreifen. In Frage kommt ebenso die traditionelle chinesische Medizin und Akupunktur.

Mehr darüber erfahren Sie unter dem Menüpunkt Behandlung & Vorbeugung.

Wie kann ich mein Kind vor einer Keuchhusten-Infektion schützen?

Impfungen sind in der Regel erst ab der vollendeten neunten Lebenswoche möglich. Doch auch vorher sind Infektionen möglich. Ebenso sind nach einer Erstimpfung Erkrankungen zu erwarten, da der Impfschutz lediglich bei 80 bis 90 Prozent liegt. Vor allem Säuglinge müssen vor einer Ansteckung geschützt werden. Daher sollten sich Eltern und alle anderen Personen, die ständigen Kontakt mit dem Säugling haben, impfen lassen. So wird das Ansteckungsrisiko innerhalb der Familie reduziert, wodurch auch das Baby besser geschützt ist. Sollte ein Säugling Kontakt zu einer erkrankten Person gehabt haben, ist eine vorbeugende Antibiotika-Kur anzuraten. Solange die auslösenden Bakterien das reizende Toxin noch nicht gebildet haben, kann die Infektion sehr gut behandelt werden, sodass im Idealfall gar keine Symptome auftreten.

 

Stand: 18.06.2013